Zurück zur Übersicht

Verbraucherinformation: Erster Fall von Afrikanischer Schweinepest bei einem Wildschwein

Finnentrop/Sauerland, 11. September 2020 – Gestern wurde amtlich bestätigt, dass ein Wildschwein-Kadaver mit dem Virus der Afrikanischen Schweinepest (ASP) infiziert war. Der Kadaver war am 9. September wenige Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze im Spree-Neiße-Kreis (Brandenburg) gefunden worden. Jetzt gilt es, eine Ausbreitung in Deutschland zu vermeiden. Zugleich muss alles dafür getan werden, einer Einschleppung in Haus- und Nutztierbestände vorzubeugen. Eine Ansteckung bzw. Erkrankung von Menschen ist nicht möglich. Es besteht somit kein Gesundheitsrisiko für die Verbraucher durch den Verzehr von Lebensmitteln, die von infizierten Tieren stammen.

In Europa und Asien häufen sich seit einigen Jahren die Erkrankungen von Wildschweinen an der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Es handelt sich hier um eine Erkrankung der Haus- und Wildschweine, die durch ein Virus hervorgerufen wird. Für den Menschen und andere Tiere ist der Erreger ungefährlich. Um eine Ausbreitung des Erregers der ASP im Hausschwein- bzw. Wildschweinbereich zu verhindern, ist es wichtig, keine Lebensmittel aus Risikogebieten mitzubringen bzw. in der Natur zu entsorgen. Wie in den Medien bereits berichtet wurde, kam es nun erstmals in Deutschland bei einem Wildschwein zum Nachweis der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Der Fund ereignete sich in Brandenburg in der Nähe zum Nachbarland Polen, in dem es bereits seit Jahren Nachweise in den Wildschweinebeständen gibt. Trotz der errichteten mobilen Zäune bewegen sich Wildschweine in diesem Gebiet grenzüberschreitend. Es wird darauf hingewiesen, dass es sich bei dem infizierten Wildschwein bis dato um einen Einzelfall handelt und keine Auswirkungen auf Hausschweine bekannt sind. Die deutschen Landwirte sind gut auf die ASP vorbereitet. In der aktuellen Situation ist es von höchster Wichtigkeit, dass die Biosicherheit auf den Betrieben eingehalten wird und die Einschleppung des Virus vom Wildschwein in die Hausschweinebestände vermieden wird. Das Unternehmen Metten steht hierzu in ständigem Kontakt mit seinen Schweinefleisch-Lieferanten und den Veterinärbehörden.

Die von der Metten-Gruppe (Metten Fleischwaren, Veterinär-kennzeichen DE-NW 00356 EG; und Biggetaler Fleischwaren, DE-NW 00102 EG) hergestellten Produkte unterliegen der strengen behördlichen Kontrolle des Veterinäramtes des Kreises Olpe und sind einwandfrei verkehrsfähig. Die Rohstoffe des Unternehmens werden bereits zum Zeitpunkt der Schlachtung bei den Lieferanten der Metten-Gruppe durch Tierärzte auf mögliche Kontamination untersucht. Nach der Freigabe der Tiere zur Schlachtung bestehen keine weiteren Einschränkungen und das Fleisch kann wie üblich vermarktet werden. „Der Verzehr unserer Produkte birgt kein gesundheitliches Risiko für den Verbraucher“, betont Geschäftsführer Tobias Metten.


Wichtige Fragen und Antworten zum Thema ASP

Im Sinne des Verbraucherschutzes möchte Metten Fleischwaren seine Handelskunden sowie die Verbraucher im Folgenden kurz über die wichtigsten Fakten zum Thema ASP informieren. Dafür wird aus dem Fragen- und Antwortenkatalog des Bundesamtes für Risikobewertung (BfR) zitiert. Für weitergehende Fragen wird auf die speziell eingerichtete Internetseite des BfR verwiesen:
www.bfr.bund.de/de/fragen_und_antworten_zur_afrikanischen_schweinepest__asp_-203338.html


Was ist die Afrikanische Schweinepest?
Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine Erkrankung der Haus- und Wildschweine, die durch ein Virus hervorgerufen wird. Eine Infektion mit dem ASP-Virus führt bei den Tieren meist zu einer akuten und schweren, häufig tödlichen Erkrankung. Die ASP ist eine anzeigepflichtige Tierseuche, deren Bekämpfung im Tiergesundheitsgesetz und der Schweinepest-Verordnung geregelt ist.


Können Menschen erkranken, wenn sie Lebensmittel von infizierten Tieren verzehren?
Das ASP-Virus ist nicht auf den Menschen übertragbar und deshalb für Menschen ungefährlich. Auch der Verzehr von Lebensmitteln, die von infizierten Tieren stammen, ist gesundheitlich unbedenklich.


Können Menschen erkranken, wenn sie mit infizierten Tieren in Kontakt kamen?
Übertragungen des ASP-Virus auf den Menschen sind bisher nicht bekannt. Das Virus gilt deshalb für den Menschen als ungefährlich. Auch vom direkten Kontakt von Menschen mit infizierten Tieren geht kein Risiko aus.


Wie breitet sich das Virus aus?
Das ASP-Virus ist vor allem in infizierten Wildschweinen in Afrika heimisch und kann vor Ort auf Hausschweine übertragen werden. In der Vergangenheit kam es auch zu Ausbrüchen der ASP in einigen Ländern Südeuropas. Seit 2007 breitet sich das ASP-Virus ausgehend von Georgien über Armenien, Aserbaidschan, die Russische Föderation, die Enklave Kaliningrad und Moldawien aus. Seit 2014 werden auch im Baltikum und Polen sowie seit 2017 in der Tschechischen Republik, Ungarn und in Rumänien zahlreiche ASP-Fälle bei Wildschweinen sowie Ausbrüche bei Hausschweinen festgestellt. Im September 2018 wurde das ASP-Virus erstmals bei Wildschweinen in Belgien und Ende 2019 auch bei Wildschweinen in Polen nachgewiesen.


Was passiert im Falle eines Ausbruchs der ASP in einem Gebiet?

Im Falle eines Ausbruchs der ASP werden um den betroffenen Schweinehalterbetrieb oder den Fundort des Wildschweins Zonen festgelegt, in denen alle Tiere überprüft werden und weitreichende Hygienemaßnahmen angeordnet werden, auch der Transport von Tieren wird eingeschränkt. Die Tiere eines betroffenen Hausschweinbestandes werden getötet und die Kadaver bzw. das Fleisch werden unter behördlicher Aufsicht entsorgt.


Wie wird der Erreger übertragen?
Das ASP-Virus kann über verschiedene Wege zwischen den Tieren übertragen werden. Neben direkten Infektionen ist die Übertragung durch bestimmte Zeckenarten möglich. Aufgrund des begrenzten Verbreitungsgebiets der relevanten Zecken spielt dieser Übertragungsweg allerdings in Nordeuropa keine Rolle. Das Virus wird vielmehr hauptsächlich über direkte Kontakte zwischen infizierten Tieren oder durch den Kontakt mit Ausscheidungen infizierter Tiere übertragen. Der Erreger kann, sobald er in die Umwelt gelangt ist, über längere Zeit infektiös bleiben. Eine besondere Rolle spielen aber Lebensmittel, die aus infizierten Tieren hergestellt wurden und von nicht-infizierten Tieren aufgenommen werden können. In aus infizierten Tieren hergestellten Lebensmitteln, beispielsweise in Schinken, kann das Virus über mehrere Monate infektiös bleiben. Über solche Lebensmittel kann der Erreger in zuvor ASP-freie Regionen gelangen und zu Erkrankungen bei Schweinen und Wildschweinen führen. Deshalb sollten Lebensmittelreste so entsorgt werden, dass sie für Wildschweine unerreichbar sind.


Was können Verbraucher tun, damit sich das Virus nicht weiter verbreitet?

Das Einschleppen des ASP-Virus in zuvor ASP-freie Schweine- und Wildschweinbestände durch Lebensmittel, die in Regionen mit ASP-Verbreitung hergestellt wurden, kommt immer wieder vor. Es ist deshalb wichtig, die Vorschriften zum Mitbringen von Lebensmitteln aus Risikogebieten, in denen das Virus verbreitet ist, sowie aus Drittländern konsequent einzuhalten, um eine Ausbreitung des Erregers in weitere Tierbestände zu verhindern. Nicht verzehrte Lebensmittel mit tierischen Bestandteilen sollten für Tiere unerreichbar entsorgt werden.


Wo finde ich weitere Informationen zur ASP?

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft:
www.bmel.de/DE/Tier/Tiergesundheit/Tierseuchen/_texte/ASP.html

Friedrich-Loeffler-Institut:
www.fli.de/de/aktuelles/tierseuchengeschehen/afrikanische-schweinepest/

Zurück

Unsere Auszeichnungen